Vaclav Klaus und sein Kuli Klau

Es ist schon mehr als nur eine amüsant anmutende Staatsaffäre. Da treffen zwei Staatsoberhäupter aufeinander, Presse wie auch hochrangige Politiker und natürlich auch das internationale Interesse verfolgen das Geschehen aufmerksam und gespannt und dann passiert es. Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus lässt wie durch Zauberhand den Protokoll-Kugelschreiber verschwinden.

Der Beginn einer mehr als brisanten politischen Auseinandersetzung, die wohl keinen geringeren Grund haben könnte. In Zeiten von Krieg, Wirtschaftskrisen und Umweltkatastrophen und drohenden atomaren Supergauen, ist es ausgerechnet eine schlichter Kuli, der zum Zentrum internationaler Aufmerksamkeit wird, doch warum? Wie konnte es so weit kommen, dass um so einen kleinen Gegenstand ein solcher Trubel entsteht? Nun, dank eines Videos kann seit mehreren Tagen die ganze Welt mitverfolgen, wie der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus zunächst aufmerksam lauschend an seinem Tisch sitzt und mit besagtem Kugelschreiber auf den Tisch klopft. Mit einem Mal verschwinden nach und nach seine beiden Hände unter dem Tisch und als sie wieder erscheinen, siehe da, wie in einer Zaubervorstellung ist der Kuli verschwunden und der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus knöpft sich entspannt sein Sakko wieder zu.

Man könnte beinahe meinen, der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus wäre ein wahrer Zauberkünstler, doch so amüsant sein Kuliklau auch auf den ersten Blick anmuten mag, erregte er damit mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb ist. Aus einer scheinbar unverfänglichen Situation heraus entstand nun eine kleine aber dennoch heiß diskutierte internationale „Krise“. Während konventionelle Medien den Vorfall nur in einer Randnotiz erwähnten, wurde er von der Netzgemeinde zu einer wahren Staatsaffäre ausgeweitet. Natürlich mit einem entsprechend satirischen bis sarkastischen Unterton.

Vaclav Klaus behauptet, es wäre nur ein schlichtes unbedeutendes Schreibutensil gewesen, das sich da in die Innentasche seines Sakkos verirrt hatte. Der chilenische Präsidentenpalast hingegen spricht in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung Pravo von einem „Künstlerischen Halbedelstein-Produkt“, welches durchaus seinen Wert hätte.

Eine „politische Diskussion“ entbrannte, die seither von der Welt mit einem Schmunzeln beobachtet wird und dennoch bei vielen die Frage aufwirft, ob in der heutigen Zeit wirklich solche belanglosen Dinge von Bedeutung sein müssen, wo es genügend Probleme in Japan und Libyen gibt. Doch solange die Aktion noch für ein Schmunzeln auf unseren vor Sorgen und schlechten Nachrichten so getrübten Gesichtern zaubern kann, sollte sich niemand über die Belanglosigkeit dieser Berichterstattung und Diskussion aufregen, oder?!

 

via: zurpolitikcom

Bildquelle: World Economic Forum, CC BY-SA 2.0

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