Sofia – eine Stadt mit reicher Geschichte

Die Hauptstadt Bulgariens Sofia liegt im Westen Bulgariens nahe der serbischen Grenze in der Sofiaebene und hat heute etwa 1,4 Millionen Einwohner. Rund um Sofia erheben sich die Berge des Witoscha Gebirges sowie des Balkangebirges. Doch wir wollen uns in diesem Artikel nicht mit der Gegenwart, sondern mit der Geschichte von Sofia beschäftigen.

Die Stadt blickt auf eine reichhaltige Geschichte und Kultur zurück, da über die Jahrhunderte eine Vielzahl von verschiedenen Völkern wie Römer, Slawen und Türken ihre sichtbaren Spuren in Sofia hinterlassen haben. Sofia gilt heute als eine der ältesten Städte Europas.

Bereits in der Steinzeit vor etwa 8000 Jahren entstanden die ersten Siedlungen auf dem Gebiet, was heute Sofia genannt wird. Zu einer Stadt wurden diese frühen Siedlungen jedoch „erst“ vor etwa 3000 Jahren durch den thrakischen Stamm der Serden ausgebaut. Im dritten Jahrhundert vor Christus wurde Serdica, wie die Stadt damals hieß, schließlich von den Römern eingenommen und entwickelte sich zu einer bedeutenden Metropole.

Die Vorherrschaft der Römer wiederum wurde um 447 nach Christus gebrochen, als die Hunnen unter der Führung von Attila in Sofia einmarschierten. Im Laufe der weiteren Geschichte eroberten verschiedene slawische Völker, darunter auch die Bulgaren die Stadt, die die Stadt während des ersten und zweiten Bulgarischen Reiches regierten. Doch auch während dieser Zeit kam es immer wieder zu Übergriffen und Verwüstungen etwa durch die Kreuzritter und die Petschenegen. Durch den stetigen Ausbau der Befestigungen konnten die Bulgaren Sofia, wie die Stadt seit dem 14. Jahrhundert offiziell hieß, jedoch gegen Übergriffe verteidigen.

Jedenfalls bis zum Jahr 1386, als die Türken Sofia nach langer Belagerungszeit einnahmen. Fortan prägte das Bild der Osmanen die Stadt. Dabei verwandelte sich Sofia von einer europäischen in eine orientalische Stadt mit Moscheen und anderen islamischen Bauten. Die Herrschaft der Osmanen dauerte etwa 500 Jahre an in denen sich Sofia zu einer florierenden Handelsstadt mit einer Vielzahl an ethnischen Gruppen wie Muslimen, Bulgaren, Griechen, Juden, Armenier, Sinti, Roma sowie Georgier entwickelte.

Nach dem Einmarsch des russischen Befreiers Gurko während des russisch-türkischen Krieges fiel Sofia im Jahre 1878 wieder in die Hände des neuerstandenen bulgarischen Fürstentums. Fortan gilt Sofia als die Hauptstadt von Bulgarien. Das von den Osmanen geprägte Stadtbild änderte sich durch den Neu- oder Umbau von öffentlichen und repräsentativen Gebäuden wieder zu einer modernen Stadt nach westlichem Vorbild.

Alexander-Nevski-Kathedrale

Alexander-Nevski-Kathedrale

Überreste der thrakischen und römischen Bauten kann man auch heute noch in Sofia bewundern. So zeugen Reste der Stadtmauer, einige alte öffentliche Gebäude sowie Türme, Tore und alte Straßen von der vorzeitlichen Präsenz der Thraker und Römer. Oft wurden neue moderne Gebäude über den Ausgrabungen errichtet. So kann man z.B. das alte Rathaus von Serdika unter dem Hotel Sheraton, eine alte römische Therme unter dem Hotel Rila und eine Basilika und dem Nationalen Historischen Museum besichtigen.

» einen schönen Reisebericht mit Bildern gibt es hier.
» weitere Reiseberichte zu Sofia gibt es hier und hier.

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