In Moskau wird die erste Marsmission simuliert

Moskau wird zum Spielort der ersten simulierten Marsmission. In der russischen Hauptstadt wird seit letzter Woche die lange Reise zum roten Planeten simuliert, um wichtige Erkenntnisse für eine bemannte Mission zum Mars zu sammeln. Die Simulation des Fluges zum Mars wurde von der europäischen Weltraumagentur (ESA) initiiert und soll bis Ende November 2011 andauern.

Der Mars ist der Planet, der unserer Erde am nächsten liegt. Er ist etwa halb so groß wie die Erde und zählt zu den terrestrischen und damit zu den erdenähnlichen Planeten, was eine Forschungsmission zum Mars so interessant macht.

Die Entfernung von der Erde bis zum Mars schwankt stark zwischen 56 und 401 Millionen Kilometern, abhängig davon, wo auf ihrer Umlaufbahn sich die Planeten befinden. Die für die Raumfahrt günstige Konstellation mit dem kleinsten Abstand tritt etwa alle 16 Jahre ein. Ein Raumschiff würde für die 56 Millionen Kilometer lange Reise bis zum Mars etwa 245 Tage brauchen. Eine gesamte Marsmission mit einem Marsaufenthalt von 30 Tagen würde als 520 Tage in Anspruch nehmen. Und genauso lange soll die Simulation andauern.

Auf kleinstem Raum und abgeschnitten von der Außenwelt werden sechs Astronauten für etwa 17 Monate die Auswirkungen einer Marsmission auf den Körper und die Psyche des Menschen simulieren. Während der Simulation werden die Astronauten, bestehend aus 3 Russen, 2 Westeuropäern und einem Chinesen, weder Tageslicht, noch Freunde oder Familie zu sehen bekommen. Zudem wird sich die Kommunikation „mit der Erde“ bei steigender Entfernung der Raumkapsel immer mehr verzögern. Auch mit nachgestellten Krisensituationen wie Systemausfällen und andere Notfälle muss das Team der „Mars 500“ rechnen. Durch die Simulation will die ESA Erkenntnisse daraus ziehen, wie sich Stress, Belastungen und Leistungsdruck während der langen Zeit in räumlicher Enge und Abgeschiedenheit auf die Astronauten auswirken. Das Testprojekt endet am 5. November 2011. Sollte einer der Astronauten ausfallen, steht ein russischer Ersatzmann zur Verfügung.

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